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Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
Entstehung
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KARL MARX IM MUSEUM DER GEGENWART 21 Erkenntnisse und permanente ästhetische und bildungsmäßige Erlebnisse ermöglicht.[] Die Dauerausstellung muss zum einen hinsichtlich ihrer inhaltlichen und künstlerischen Konzeption die Gesamtkonzeption des Museums erkennen lassen.« 43 Unzweifelhaft haben Ausstellungen des Weiteren eine zunehmend gesellschaftliche Be­deutung inne, wie sie auch Museen besitzen. 44 So fungieren diese als Speicher für das gesellschaftliche Gedächtnis, indem sie Zeugnisse der Vergangenheit aufbewahren. 45 »Zudem bleiben die Ergebnisse des Sammelns nicht geheim oder nur einem kleinen Kreis von Auserwählten vorbehalten, sondern werden im Medium der Ausstellung einer breite­ren Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Deshalb ist das Museum eine Institution der Ge­schichtskultur.« 46 2.3 Geschichtskultur und kulturelles Gedächtnis »Geschichtskultur« nur wenige Konzepte werden so häufig in der Geschichtsdidaktik und Public History verwendet und doch gibt es keine einschlägige Definition. Aus die­sem Grund sollen an dieser Stelle einige ausgesuchte Definitionen vorgestellt werden, um anschließend darzulegen, welches Konzept dieser Arbeit zugrunde liegt. Hilke Günther-Arndt eine renommierte Geschichtsdidaktikerin definiert Geschichts­kultur wie folgt: »Die Geschichtskultur ist der gesellschaftliche Raum, in dem Individuen und soziale Grup­pen in der Gegenwart einen Bezug zur Vergangenheit herstellen. Denn die Vergangenheit ist vergangen, sie kann nur durch eine erinnernde Rekonstruktion als Geschichte verge­genwärtigt werden, d.h. Sinn und Bedeutung erlangen. Insofern ist Geschichtskultur eine durch und durch kulturell geprägte Kommunikation.« 47 Sie selbst erklärt jedoch auch, dass es konkurrierende Auffassungen gibt und verweist einerseits auf das Konzept Klaus Füßmanns von Geschichtskultur als»Produktion, ­Distribution und Rezeption[] historischen Wissens in einer Gesellschaft« 48 , wobei Günther-­Arndt herausstellt, dass die Produktion neuen historischen Wissens Aufgabe der geschichtswissenschaftlichen Forschung ist, die Distribution bzw. Verbreitung den 43 Flügel, Einführung Museologie, S. 118. 44 Vgl. den Oudsten, Poesie des Ortes, S. 18; sowie Volker Kirchberg, Gesellschaftliche Funktionen von Mu­seen im Zeichen sozialer Verantwortung, in: Markus Walz(Hrsg.), Handbuch Museum. Geschichte Auf­gaben Perspektiven, Stuttgart 2016, S. 300–304. 45 Vgl. Raffler, Historische Museologie, S. 272. 46 Schönemann, Kulturgut-Sammlungen, S. 25. 47 Hilke Günther-Arndt, Geschichte als Beruf, in: Gunilla Budde / Dagmar Freist / Hilke Günther-Arndt(Hrsg.), Geschichte. Studium Wissenschaft Beruf, Berlin 2008, S. 32–50, hier S. 34 f. 48 Klaus Füßmann, Historische Formungen. Dimensionen der Geschichtsdarstellung, in: Klaus Füßmann / Hein­rich Theodor Grütter / Jörn Rüsen(Hrsg.), Historische Faszination. Geschichtskultur heute, Köln 1994, S. 27–44, hier S. 29.