74 BIBLIOTHEK DER FRIEDRICH-EBERT-STIFTUNG| BAND 28 Daraufhin geht die Ausstellung auf die Pariser Kommune und ihre Niederschlagung sowie auf die Auseinandersetzung von Marx mit Bakunin ein, welche Marx für sich entscheiden konnte. Abschließend wird ungewöhnlich kurz auf Marx’ Leben ab 1870 eingegangen: »In den 1870er Jahren zog sich Karl Marx weitgehend aus dem aktiven politischen Leben zurück. Den Bedeutungsgewinn der deutschen Sozialdemokratie beobachteten Marx und Engels mehr oder minder von außen. Marx starb am 14. März 1883. Die Nachricht von seinem Tod wurde über eine englische Presseagentur in die Welt gekabelt. Nur wenige Menschen nahmen an seiner Beerdigung teil. Marx erlebte es nicht mehr, dass sich in vielen europäischen Ländern demokratische Massenparteien auf seine Lehren beriefen.« 224 Hier wird das Ende des politischen Handelns in Verbindung mit seinem Tod gesetzt und Marx in der Zeit dazwischen eher als ein Randständiger dargestellt. Gleichzeitig weist der letzte Satz auf den nächsten Ausstellungsabschnitt hin: die Wirkung marxscher Ideen. Mit einem Sockel, auf dem der 14. März 1883 – Marx’ Sterbedatum –, eingearbeitet ist, endet die Betrachtung der Person Karl Marx und die Vermittlung des Narrativs des politisch handelnden Akteurs, aber auch ein wichtiger Teil der Ausstellung. Anschließend steht die Wirkung marxscher Ideen im Vordergrund. 4.3.4 Wirkung marxscher Ideen Das Narrativ der Wirkung der marxschen Ideen wird in der Ausstellung oftmals mit dem Konzept des Marxismus in Verbindung gesetzt. Dabei wird Friedrich Engels in der Ausstellung mehrfach als Urheber des Marxismus charakterisiert, am prominentesten jedoch in Raum 17, der sich ganz Engels und den Anfängen des Marxismus widmet. Hier wird Engels als Nachlassverwalter beschrieben, der – indem er die Bände zwei und drei des Kapitals edierte – Marx’ Lebenswerk erst vollendete. »Karl Marx hatte Friedrich Engels seinen gesamten schriftlichen Nachlass vererbt. Mit dem ersten Band des ›Kapital‹ hatte er nur einen Bruchteil seiner ökonomischen Studien veröffentlicht. Engels führte dieses Werk fort und trug erheblich zu dessen Verbreitung bei. Aus den hinterlassenen Manuskripten stellte er 1885 den zweiten Band des ›Kapital‹ zusammen, 1894 den dritten.« 225 In Vitrinen sind Faksimiles des zweiten und dritten Bandes des Kapitals zu sehen, sowie ein Manuskriptbündel, welches als Beispiel dienen soll, dass Engels aus solchen Fragmenten letztendlich das marxsche Lebenswerk vollendete. Da der Raum gleichermaßen die Entstehung des Kapitals, wie auch die Rolle Friedrich Engels’ thematisiert, 224 KMH-2005, Raum 16, Gegen Ende des Lebens. 225 KMH-2005, Raum 17, Engels und»Das Kapital«.
Druckschrift
Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
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