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Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
Entstehung
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KARL MARX IM MUSEUM DER GEGENWART 89 Jene mit Begriffen und Zeichnungen gestaltete Wand dient dabei in gewissem Maße als Visualisierung des historischen Kontextes: Begriffe vermitteln stichwortartig Entwick­lungen der Zeit, beispielsweise»Nationalismus«,»Fabrikarbeit« und»Revolution«, aber auch Wörter, die Marx Situation wiedergeben, sind an der Wand zu finden: etwa»Po­litische Verfolgung« und»Staatenlosigkeit«. Ergänzt werden die Begriffe durch Zeich­nungen von einer Pickelhaube, einer Glühbirne sowie einer Faust und einer Fabrik, wel­che auf das Zeitalter der Industrialisierung hindeuten. 261 Das Narrativ des Staatenlosen wird des Weiteren bereits im ersten Ausstellungsraum angedeutet. Hier wird Marx konkret als»staatenloser Exilant« 262 beschrieben, im zwei­ten Raum dann noch als»politischer Flüchtling« 263 . In gewisser Weise wird mit diesem Narrativ auch Mitleid mit Karl Marx erzeugt:»Unermüdliches Arbeiten, der Verlust der Staatsangehörigkeit, Schicksalsschläge und andauernde Existenzsorgen prägen sein Le­ben bis zum Tod 1883.« 264 Die Erweckung von Mitleid ist hier auf die Wortwahl zurück­zuführen:»Verlust«,»Schicksalsschläge« und»Existenzsorgen« sind durchweg negativ konnotierte Begriffe. Insgesamt lässt sich festhalten, dass das Narrativ des Staatenlosen besonders mithilfe einer geographisch-chronologischen Erzählung, welche die einzelnen Stationen seines Lebens thematisiert, vermittelt wird. Dabei werden einige Stationen positiv dargestellt nämlich jene, die er freiwillig wählte, während die aus Zwang und Not resultieren­den Stationen negativ erzählt werden. 4.4.2 Der Universalgelehrte »Karl Marx ist Philosoph und Journalist, Gesellschaftswissenschaftler und Ökonom. Wie Charles Darwin die Gesetze der Evolution erforscht, beansprucht er, die gesellschaftliche Weltformel zu entschlüsseln.« 265 In insgesamt drei Räumen wird das Narrativ des Universalgelehrten vermittelt. Begin­nend mit einem Vorraum, in dem mithilfe eines kurzen Wandtextes in den Bereich ein­geführt wird. Jenem Wandtext ist auch das Eingangszitat entnommen, dessen Aussage im folgenden Raum weiter ausdifferenziert wird. Beim Betreten des vierten Ausstellungsraums erblicken die Besucher_innen vier Tische, die im gesamten Zimmer verteilt sind. Jeder dieser Tische widmet sich einem der Tätig­261 KMH-2018, Raum 2, Wandbild. 262 KMH-2018, Raum 1, Einführungstext:»Von Trier in die Welt: Karl Marx, seine Ideen und ihre Wirkung bis heute«. 263 KMH-2018, Raum 2, Raumtext:»Karl Marx(1818 bis 1883). Der Staatenlose«. 264 Ebd. 265 KMH-2018, Raum 3, Raumtext:»Das Lebenswerk«.