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Karl Marx im Museum der Gegenwart : das Karl-Marx-Haus in Trier und seine Dauerausstellungen im historischen Wandel 1968-2018
Entstehung
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KARL MARX IM MUSEUM DER GEGENWART 67 Interessant ist zudem anzumerken, dass in diesem Raum auch das Kapital vorgestellt und die marxsche Theorie erklärt wird. Während frühere Ausstellungen dies in geson­derten Räumen präsentierten, ist es hier in die personenbezogene Ausstellungseinheit eingebunden. Dafür wird ein sogenanntes elektronisches Buch genutzt, das am Fenster platziert ist und unterschiedliche Ausgaben des Kapitals zeigt. Somit wird hier jenes Werk multimedial präsentiert: als Printmedium sowie digital. Ergänzt wird die Darstel­lung durch ein Zeitfenster zum industriellen Kapitalismus, da dieser aufgrund seiner Entwicklung und resultierenden Folgen entscheidend für Marx Werk war. Des Weite­ren findet sich auch hier die, die Ausstellung durchziehende, Zeitleiste wieder, welche in diesem Fall die Jahre 1851 bis 1867 umfasst und besonders die internationalen ­Kriege in den Vordergrund stellt. Insgesamt wird das Narrativ des universalgelehrten Querdenkers meist in Verbindung mit Marx Werken und seinen Auseinandersetzungen mit und Abgrenzungen von den Gelehrten seiner Zeit vermittelt. Zudem werden die verschiedenen Disziplinen thema­tisiert, in die sich Marx einarbeitete, um seine wissenschaftliche Bandbreite darzulegen. 4.3.2 Der Staaten- und Mittellose Marx Ruf als Gelehrter und bekannte Persönlichkeit der sozialistischen Intellektuellen ging mit persönlichen Entbehrungen einher. Wie die Ausstellung aufzeigt, verbrachte er große Teile seines Lebens als politischer Emigrant bzw. Asylant in Mittel- und West­europa. Seine politische Verfolgung, welche im nachfolgenden Kapitel näher analysiert wird, resultierte oftmals darin, dass er seinen Lebensmittelpunkt wechseln musste. So führte ihn sein Weg zunächst aus freien Stücken von Trier nach Bonn und Berlin zum Studium. Seine Umzüge von Köln nach Paris und anschließend nach Brüssel resultier­ten jedoch aus Gründen der Verfolgung. Nachdem Marx und seine Familie für seine politische Aktivität aus Frankreich ausgewiesen wurden, emigrierte die Familie nach Brüssel, wo sie in finanzieller und materieller Not lebte. 204 Hier wird auch das Narrativ des Staatenlosen angesprochen:»Stets im Visier der preußischen Polizei, gab Karl Marx Ende 1845 seine preußische Staatsbürgerschaft auf. Bis zu seinem Lebensende blieb er ein staatenloser Asylant.« 205 Nachdem Marx in Brüssel Kontakt zum Bund der Gerech­ten aufnahm und für sie die Programmzeitschrift Das Manifest der Kommunistischen Partei verfasste, brach in Deutschland die Märzrevolution 1848 aus, eine Folge der ­Februarrevolution desselben Jahres in Paris. Marx kehrte nach Köln zurück und ver­suchte aktiv an der Revolution teilzuhaben, jedoch scheiterte diese. 204 Vgl. Friedrich-Ebert-Stiftung / Karl-Marx-Haus, Karl Marx, Ausstellung 2005, S. 37. 205 KMH-2005, Raum 12, Exil in Brüssel.