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Ganztag und Bildungsgerechtigkeit : Ganztag und dessen Auswirkungen auf Bildungsgerchtigkeit aus der Perspektive von beteiligten Akteuren (GanzBiG) : eine explorative Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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Das erhobene Datenkorpus lässt sich folgendermaßen abbilden: Schule/Design Allegrain­Schule Banksy­Schule Caravaggio­Schule städtisch/ ländlich städtisch (Stuttgarter Raum) Interview­konstellation Probandinnen Lehrkräfte zwei Personen Grundschul­Lehrperson drei Personen Grundschul­Lehrperson zwei Personen Grundschul­Konrektor Pädagogische Fachkräfte Träger Abb. 1: Datenkorpus Erzieher*in zwei Erzieher*innen eine Leitung im Ganztag Vertreter*innen der Bildungsverwaltung und kommunaler Träger(Referent*in für Sozialpolitik und Jugendhilfe bei einem Träger inm Raum Stuttgart) Degas­Schule zwei Personen Eliot­Schule Fontaine­Schule ländlich (Bodensee-Kreis) zwei Personen zwei Personen zwei Grundschul­Lehrpersonen Erzieher*in Grundschul­schulleitung/­Lehrperson Erzieher*in Grundschul­Lehrperson Erzieher*in Das Interview ist unter dem Namen ,Cassatta anonymisiert Quelle: eigene Darstellung reich. Dies ermöglichte einen mehrdimensionalen Einblick in die Praxis, insbesondere in die gemeinsame interprofes­sionelle Kooperation und deren Sichtweisen darauf. Zudem konnten auf diese Weise Vergleichshorizonte eröffnet wer­den, und das gemeinsame Gespräch ermöglichte gegensei­tige Ergänzungen und damit präzisere Daten im Sinne ei­ner triangulativen Validierung. Um möglichen Verfälschun­gen durch Hierarchieunterschiede oder soziale Erwünschtheits-Effekte vorzubeugen, wurde explizit darauf geachtet, beide Akteure gleichermaßen ins Gespräch einzu­beziehen und strukturiert entlang des Leitfadens zu mode­rieren, um einer möglichen Dominanz einer Perspektive vorzubeugen. Dessen ungeachtet wurde in das Sample ein Expert*inneninterview(Helfferich, 2014) mit einer Person aus der kommunalen, städtischen Bildungsverwaltung ein­bezogen, die für die Koordination von Ganztagsangeboten in der betreffenden Stadt/Kommune zuständig ist. Auf die ­se Weise konnte die Perspektive um kommunale Aspekte ergänzt, ,blinde Flecken aufgedeckt und eine erweiterte/ kontrastierende Perspektive sowie vertieftes Wissen erho­ben werden, das nicht den Rahmen und Kontext der jewei ­ligen Einzelschule umfasste, sonderndie Vielfalt der in ei­nem Untersuchungsfeld vorhandenen Konstellationen (Przyvorski& Wohlrab-Sahr, 2014, S. 127) in den Blick nahm. Dies erweist sich auch insofern als bedeutsam, da über das Expert*inneninterview bestehende(kommunale) Kooperationsaktivitäten und Sozialpartnerschaften also die Zusammenarbeit zwischen Schulen, kommunalen Trä­gern, sozialen Einrichtungen und externen Bildungsanbie­tern(z. B. Nachhilfeinstitute) zur Unterstützung der Ganz­tagsbildung geklärt werden konnten. Da aufgrund der Forschungs- und Projektexpertise der Studienautor*innen bereits landesweit Kontakte zu Ganztagsgrundschulen be ­stehen, konnte an bereits existierende Kontakte zu Schul ­leitungen und Schulämtern angeknüpft werden. Die Schu­len wurden, teils in Rücksprache mit dem Schulamt, in Ori­entierung an einer Kombination aus theoretischem Sampling und Top-down-Verfahren(Schreier, 2023, S. 211 ff.) entlang der Kriterien voll/teils gebundene/offene Ganztagsform sowie langjährige Erfahrung im Ganztag ausgewählt. Zudem erfolgte das Sampling entlang der Kri ­terien eher städtisch/ Stuttgarter Raum und eher ländlich/ Bodensee-Kreis. Als Besonderheit im Stuttgarter Raum ist das sogenannte Stuttgarter Modell im Ganztag hervorzu­heben, das durch seine spezifische Verbindung von Bil­dung, Betreuung und Freizeitgestaltung einen integrativen Ansatz verfolgt und die Zusammenarbeit mit lokalen Ak­teur*innen wie Vereinen und Kulturinstitutionen stärkt. Das Stuttgarter Modell der Ganztagsschule basiert auf einem integrativen Ansatz, bei dem Schulen, Jugendhilfeträger und Vereine kooperieren, um ein vernetztes Bildungs- und Betreuungsangebot bereitzustellen. Im Fokus stehen die Förderung multiprofessioneller Zusammenarbeit sowie die Verbindung unterrichtlicher und außerunterrichtlicher Bil­dungsangebote, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden und soziale Teilhabe zu stärken (Stadt Stuttgart, 2013). Der Datenkorpus umfasst daher insgesamt sieben Audio­aufnahmen der Team-Gespräche sechs verschiedener Lehr­personen-Betreuungspersonal-Teams an sechs unterschied­lich gebundenen Ganztagsgrundschulen. Ohne mit der Auswahl dieser Schulen und Teams Verteilungsaussagen tätigen zu können, lässt sich jedoch ausgehend von den Merkmalen tendenziell städtisch ländlich von einem gemischten Sampling sprechen: Drei Schulen Degas-, Eliot- und Fontaine 3 -Schule befinden sich in einer Groß­stadt und weisen mit ca. 900 Schüler*innen eine ähnliche Größe auf. Die Allegrain-, Banksy- und Caravaggio-Schule hingegen liegen eher in einem ländlichen Raum und sind mit ca. 880 Schüler*innen kleiner. 3 Die in diesem Forschungsbericht verwendeten Schulnamen wurden aus Gründen der Anonymisierung nach Künstler*innen benannt. 10 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.