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Ganztag und Bildungsgerechtigkeit : Ganztag und dessen Auswirkungen auf Bildungsgerchtigkeit aus der Perspektive von beteiligten Akteuren (GanzBiG) : eine explorative Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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Die Interviewleitfadenkonzeption orientiert sich am SPSS­Prinzip, das eine strukturierte Vorbereitung und Durchfüh­rung von Interviews ermöglicht, indem es systematisch Schritte zur Leitfadenerstellung und Datenerhebung defi­niert(Helfferich, 2014, 567). Ausgehend von der übergeord­neten Leitfrage, wie Lehrpersonen und am Ganztag Betei­ligte die Auswirkungen der Ganztagsschule auf Bildungs­gerechtigkeit wahrnehmen, wurden in der Studie zentrale Themen untersucht. Dazu zählen die Gestaltung des Ganz­tags, die damit verbundenen Herausforderungen und Chan­cen sowie die wahrgenommenen Effekte auf die schuli­schen Leistungen und die sozialen Kompetenzen der Schü ­ler*innen. Zudem wurde analysiert, welche Schüler*innengruppen besonders von den Angeboten profi­tieren und in welchem Maße vulnerable Gruppen partizi­pieren, um bestehende Bildungslücken zu schließen. Grundlage hierfür bildeten die in dieser Studie definierten Dimensionen von Bildungsgerechtigkeit(siehe Kap. 2.2.2). Dabei orientierte sich die Untersuchung an den in dieser Studie festgelegten Definitionen und Dimensionen von Bil­dungsgerechtigkeit(siehe Kap. 2.2). Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Einbindung außer­schulischer Partner*innen, die in der Konzeption des Leitfa ­dens berücksichtigt wurde. Diese Zusammenarbeit wurde vor dem Hintergrund der ,Empfehlungen zur Weiterent­wicklung der pädagogischen Qualität der Ganztagsschule und weiterer ganztägiger Bildungs- und Betreuungsange­bote für Kinder im Grundschulalter(Beschluss der Kultus ­ministerkonferenz vom 12.10.2023) hervorgehoben, da die multiprofessionelle Kooperation als Schlüsselfaktor für die erfolgreiche Gestaltung und Umsetzung des Ganztags an­gesehen wird. 3.3 Datenaufbereitung und-auswertung In Anlehnung an die Transkriptionsregeln nach Kuckartz (2016, S. 166 ff.), die klare Richtlinien für die Transkription von Interviews vorgeben, wurden die Interviews mit der Software noScribe datenschutzkonform und effizient tran­skribiert. Die aufbereiteten Daten wurden anschließend an­hand einer Kombination aus zusammenfassender und strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse nach Kuckartz und Rädiker(2019) ausgewertet. Dieses methodische Vor ­gehen ermöglicht eine systematische Reduktion und Struk­turierung der Daten, indem zentrale Muster und Themen im transkribierten Material identifiziert und den deduktiv­induktiv gebildeten Kategorien zugeordnet werden. Ausge ­hend von der dieser Studie zugrunde gelegten Definition von Bildungsgerechtigkeit und den genannten Dimensio­nen(Kap. 2.2), wurden Indikatoren für die Kodierung der Daten entwickelt. So wurden beispielsweise Aussagen über die Möglichkeiten der aktiven Teilnahme aller Schüler*in­nen an unterschiedlichen Ganztagsangeboten der Dimen­sion Chancengleichheit zugeordnet. Wahrgenommene För­dermöglichkeiten und spezifische Unterstützung von Schü­ler*innen mit besonderen Bedarfen durch den Ganztag wurden wiederum der Dimension Förderung zugeordnet; etc. Auf diese Weise wurde das transkribierte Textmaterial systematisch interpretiert und entlang einer deduktiv-in­duktiven Kategorienbildung in den Blick genommen wer ­den. Final wurde so ein Kategoriensystem entwickelt, das die Oberkategorien Kooperation, wahrgenommene Auswir ­kungen auf Bildungsgerechtigkeit, Verständnisse von Bil­dungsgerechtigkeit, Herausforderungen und Chancen des Ganztags sowie Ausgestaltung des Ganztags mit ihren Subkategorien beinhaltet. Die Ergebnisse ermöglichen Rückschlüsse auf die positiven und negativen Auswirkungen des Ganztags auf die Bil­dungsgerechtigkeit aus Sicht der Lehrpersonen sowie aus Sicht des Betreuungspersonals. Dabei wurden auch poten­zielle Hindernisse identifiziert, die als Grundlage für die Entwicklung gezielter Bildungs- und Beratungsmaßnah­men dienen können. Limitationen der Studie Eine Sättigung des Samples war angesichts des zeitlich eng bemessenen Rahmens zur Durchführung der Studie nur bedingt realisierbar. Weiterhin könnten im Sinne der Kontrastierung die Stimmen der Schüler*innen und/oder Eltern hilfreich sein, um einen(noch) stärker multiperspek­tivischen Blick auf den Zusammenhang von Ganztag und Bildungsgerechtigkeit zu erhalten. Hier eröffnen sich Pers­pektiven für Anschlussforschungen. Auch ein Vergleich der Trägerperspektive der kommunalen Bildungsverwaltung aus dem städtischen und ländlichen Raum könnte in wei­tergehenden Studien spannende Erkenntnisse liefern. Die vorliegende Auswertung basiert auf sechs Interviews, die im Tandem mit Grundschullehrkräften und pädagogi­schen Lehrpersonen durchgeführt wurden. Unter den Be­fragten befanden sich Personen in leitenden Funktionen sowohl aufseiten der Lehrkräfte als auch bei den Fachkräf­ten. Zusätzlich wurde ein Interview mit einem Vertreter des kommunalen Trägers durchgeführt, das wertvolle Perspek­tiven zur Finanzierung, Organisation und den politischen Rahmenbedingungen des Ganztagsbetriebs beiträgt. Die untersuchten Schulen befinden sich, jeweils zu glei ­chen Teilen, sowohl im ländlichen als auch im städtischen Umfeld und sind konzeptionell in gebundener sowie teilge­bundener Form strukturiert. Die Analyse erfolgt vor dem Hintergrund einer systemischen Betrachtung, bei der die verschiedenen Aspekte des Ganztags nicht als isolierte Ein­heiten, sondern in ihren Wechselwirkungen und Abhängig­keiten betrachtet werden. Diese Perspektive berücksichtigt, dass einzelne Themen nicht trennscharf abgegrenzt wer­den können und keinem einfachen Ursache-Wirkungsgefü­ge folgen. Die Ergebnisdarstellung lässt die Beteiligten um­fassend zu Wort kommen, um einen unverfälschten Ein­blick in die Perspektive der Praxisakteur*innen zu ermöglichen. Die Auswertung bezieht sich auf den theoretischen Hinter­grund zum Ganztagsschulbetrieb und zur Bildungsgerech­Ganztag und Bildungsgerechtigkeit 11