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Ganztag und Bildungsgerechtigkeit : Ganztag und dessen Auswirkungen auf Bildungsgerchtigkeit aus der Perspektive von beteiligten Akteuren (GanzBiG) : eine explorative Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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dellen auflösen und stattdessen ein einheitliches Bildungs­angebot mit verbindlichen Standards schaffen. Dies könnte nicht nur zur Reduzierung sozialer Ungleichheiten beitra­gen, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Lehrkräf­ten und pädagogischem Personal verbessern, da die Ganz­tagsangebote fest in den Schulalltag integriert wären. Durch eine konsequente Umsetzung der Gesamtschule als gebundenes Ganztagsmodell könnten entlang der vorlie­genden Daten aus der Perspektive der befragten Prakti­ker*innen demnach sowohl Bildungsgerechtigkeit als auch soziale Integration gestärkt werden. Desas.Schule Fontaine-Schule Allesrain-Schule Banksy-Schule Eliot-Schule 0 Strukturen 0 Kooperationen 0 Räumliche Ausgestaltung Abb. 6: Abhängige Schnittstellenfaktoren(Referenzschule: Caravaggio-Schule) 0 Ressourcen 0 Finanzierung 0 Qualifizierung 0 Personal Bildungsgerechtigkeit Ein zentrales Ziel und zugleich eine Herausforderung für Ganztagsschulen ist die Schaffung gleicher Bildungschan­cen für alle Schüler*innen. Die Ergebnisse dieser Untersu­chung veranschaulichen, dass die strukturellen Rahmenbe­dingungen der Schulen häufig unzureichend sind, um die­ses Ziel zu erreichen. Dabei spielen nicht nur die Ressourcenausstattung und organisatorische Aspekte eine Rolle, sondern auch die unterschiedlichen Perspektiven und Zielvorstellungen der beteiligten Akteur*innen. Ein weiteres Problem ist das Verständnis von Bildungsge­rechtigkeit selbst, das in den Interviews alsvirulent be­schrieben wurde, da unterschiedliche Deutungen und Zu­ständigkeiten oft zu Missverständnissen führen. Wie Speck (2012) betont, bleibt die Multiprofessionalität ein zentraler Hebel, um Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Dies deckt sich mit den Aussagen der Interviewpartner*innen, die die Notwendigkeit eines gemeinsamen Bildungsverständnisses betonten. Ohne eine gemeinsame Zielsetzung wird die Ar­beit an Bildungsgerechtigkeit im Ganztag oft zu einer rei­nen Formalität:[] wir haben zwar einen Ganztag und wir können überall sagen, wir haben ein Ganztagsangebot von 7 bis 17 Uhr, das hört sich erst mal toll an. Wir haben jeden Tag Hausaufgabenbetreuung, das hört sich auch alles toll an. Das hat aber noch nicht viel mit Bildungsgerechtigkeit zu tun.(Eliot-Schule, 2024, S. 21) Ganztag und Bildungsgerechtigkeit Die Kombination aus Ganztagsstruktur und dem Anspruch auf Bildungsgerechtigkeit wird im Forschungsdiskurs als komplexes Zusammenspiel beschrieben, das von multipro­fessioneller Kooperation, Ressourcenverteilung und sozial ­räumlicher Einbindung abhängt(Scheuerer, 2024). Die In ­terviews zeigten, dass Ganztagsschulen grundsätzlich das Potenzial haben, Bildungsgerechtigkeit zu fördern etwa durch individuelle Lernzeiten oder den Ausbau sozialer Kompetenzen. Allerdings scheitert diese Zielsetzung häufig an unzureichenden Ressourcen und mangelnder Abstim­mung zwischen den Professionen. Zudem wurde in den Interviews mit Vertreter*innen der kommunalen Träger die Bedeutung der sozialen und kultu­rellen Vielfalt der Elternschaft und deren Einbindung her­vorgehoben. Die befragte Person betont:Der Ganztag ist ein Abbild der Gesellschaft. Wir müssen lernen, mit dieser Heterogenität umzugehen und sie als Stärke zu nutzen. (Cassatta, 2024, S. 18) Diese Aussage verdeutlicht, dass die Kommune als Trägerin eine zentrale Rolle in der Gestal ­tung und Steuerung von Ganztagsangeboten spielt bzw. spielen sollten, insbesondere in Hinblick auf die Integration unterschiedlicher familiärer Hintergründe. Die Vielfalt der Eltern und deren verschiedene Ansprüche und Erwartungen beeinflussen die Nutzung und Akzeptanz der Ganztagsangebote erheblich, etwa durch unterschied­liche Bedarfe an Betreuung, Bildung und die Nutzung kul­tureller Angebote. In einem offenen Ganztagsmodell führt dies zu variierenden Teilnehmendenraten, wodurch soziale Unterschiede innerhalb der Schüler*innenschaft sichtbar bleiben. Ein flächendeckender gebundener Ganztag könnte hingegen dazu beitragen, diese Unterschiede zu nivellieren, da alle Schüler*innen gleichermaßen in das Ganztagsange­Ganztag und Bildungsgerechtigkeit 19