Startchancenschulen Im Stuttgarter Raum haben sogenannte Startchancenschulen die Möglichkeit, über Projekte zusätzliche Angebote zu finanzieren – eine Option, die an ländlichen Standorten nicht immer gegeben ist. Eine Lehrkraft hebt hervor:„Wir sind insofern froh, dass wir jetzt Startchancenschule sind, dass wir zumindest die Kooperationspartner, die wir über Rückenwind hatten, nämlich Dudeninstitut, nämlich unsere pädagogische Assistentin, nämlich die Kunsttherapeutin, vielleicht kriegen wir die noch weiter finanziert.“(Caravaggio-Schule, 2024, S. 16) Im ländlichen Bereich fehlen solche flexiblen Mittel häufig, was bestehende Bildungsungleichheiten weiter verstärken kann. Wortwolke Bodenseeraum Stuttgarter Raum ·== = = =•;; bildunusuerech1iuk l e e i1 i;; a, schwach problemhausautgab~., ftl; me1nun1 koopuralio n n e1C1b ta e1 m111 u e .., = -= ~ :;;;u N = tagen_ i■ .. llllleoleiler _tag i l:J'!;; ;e l5: ~ !; kl n o = -= = = cn „ nachmmag g s E i:! =-.; •=----= cnu =. O .. ~ = 5 • § :i ; • ii ca·a:s 11an -=_. .5! = .= .!! i JE f!-= legen minagszeil Ci:I-• .- ,g a, i ä i 11 lehre, schulen arbell E ! r; ~~~ i Wisse m n llelnond_or ftl l 'E':,, :2 li: he1auslo1dening ffllllßU ii 1 !II personal "~ !! Abb. 4: Thematische Kernbegriffe aus den Interviews der Schulen im ländlichen Raum Abb. 5: Thematische Kernbegriffe aus den Interviews der Schulen im städtischen Raum 5. Einordnung der Ergebnisse in die Diskurse 5.1 Einordnung der Ergebnisse in die Diskurse Ganztag und Bildungsgerechtigkeit Ganztag Die Ergebnisse dieser Untersuchung unterstreichen die in der Fachliteratur beschriebenen Herausforderungen und Potenziale von Ganztagsschulen. Studien wie die von Rother et al.(2024) betonen, dass die Qualität von Ganztags schulen maßgeblich von klar definierten Zielvorstellungen sowie gut etablierten Kooperationsstrukturen abhängt. Die se Perspektive wurde durch die Interviews gestützt, in denen die Bedeutung der multiprofessionellen Zusammenarbeit, insbesondere zwischen Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften, hervorgehoben wurde. Ein zentrales Problem bleibt die mangelnde Verzahnung von Unterricht und Ganztagsangeboten. Speck(2012) führt dies auf verschiedene strukturelle und kommunikative Defizite zurück, etwa Konkurrenzängste und fehlende Schnitt stellen zwischen den Professionen. Diese Sichtweise spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Interviews wider: „Lehrer im Ganztag und Ganztag in der Schule, im Unterricht und so was, das bräuchten wir. Das wäre der Wunsch. // Weil wenn sich das verzahnt, dann haben wir auch ein ganz anderes Miteinander und auch die Übergaben werden nicht so krass.“(Eliot-Schule, 2024, S. 14) Gleichzeitig zei gen Studien wie die von Böhm-Kasper et al.(2013), dass gebundene Ganztagsschulen aufgrund ihrer Struktur eine intensivere Zusammenarbeit und bessere Verzahnung von Unterricht und außerunterrichtlichen Angeboten ermöglichen – ein Vorteil, der auch in den Interviews hervorgehoben wurde. Allerdings wurde deutlich, dass leistungsstarke Schüler*innen mit entsprechendem sozialen Hintergrund häufiger in offenen Ganztagsschulen anzutreffen sind, während Schüler* innen aus weniger privilegierten Verhältnissen stärker in das gebundene System integriert werden. Zwar erhalten leistungsschwächere Schüler*innen in den gebundenen Ganztagsschulen tendenziell eine intensivere Förderung, was grundsätzlich wünschenswert ist. Dennoch offenbart sich hier ein strukturelles Problem: Die Trennung nach sozialen und leistungsbezogenen Kriterien führt zu ei ner Segregation innerhalb des Schulsystems, die bestehende Bildungsungleichheiten eher verstärkt als abbaut. Eine Lösung könnte in der flächendeckenden Implementierung von Gesamtschulen mit gebundenem Ganztag liegen. Solche Schulen ermöglichen eine längere gemeinsame Lernzeit für alle Schüler*innen, wodurch individuelle Förderung und soziale Durchmischung besser gewährleistet werden. Zudem würde eine Gesamtschulstruktur die bisherige Trennung zwischen offenen und gebundenen Ganztagsmo18 Friedrich-Ebert-Stiftung e.V.
Druckschrift
Ganztag und Bildungsgerechtigkeit : Ganztag und dessen Auswirkungen auf Bildungsgerchtigkeit aus der Perspektive von beteiligten Akteuren (GanzBiG) : eine explorative Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
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