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Ganztag und Bildungsgerechtigkeit : Ganztag und dessen Auswirkungen auf Bildungsgerchtigkeit aus der Perspektive von beteiligten Akteuren (GanzBiG) : eine explorative Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung
Entstehung
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fragten führt dies dazu, dass der Anspruch, über die Lern­zeiten gerechtere Bildungschancen zu ermöglichen, nicht oder kaum eingelöst werden kann. 4.1.6 Außerschulische Kooperationspartner*innen Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Kooperations ­partner*innen wurde als zentraler Bestandteil des Ganz­tags hervorgehoben. Diese Partnerschaften ermöglichen es, den Schüler*innen ein breites Spektrum an Angeboten bereitzustellen, das über den klassischen Unterricht hinaus­geht. Besonders der Einbezug des Sozialraums wird als Be­reicherung angesehen, da durch die Kooperation mit Verei ­nen und anderen lokalen Akteur*innen neue Perspektiven eröffnet und Verbindungen zwischen Schule und Lebens­welt geschaffen werden. Die Bedeutung dieses ganzheitli­chen Ansatzes wird deutlich:Wir können Kinder nicht stär­ken, wenn wir nicht die Familien mitstärken.(Cassatta, 2024, S. 12) Gleichzeitig tritt zutage, dass insbesondere Schulen im ländlichen Raum größere Herausforderungen haben, nachhaltige und langfristige Kooperationen aufzu ­bauen, da die Erreichbarkeit potenzieller Partner*innen oft eingeschränkt ist. Zudem erfordert eine stabile Zusammen­arbeit intensive Abstimmung und Planung. Eine Schulleite­rin betont, dass außerschulische Partner*innen wertvolle Kompetenzen einbringen, jedoch klare Absprachen und feste Strukturen notwendig sind, um die Qualität der Ange­bote zu sichern. Auch die Vielfalt der durch Kooperationen ermöglichten Aktivitäten wird hervorgehoben:Also die Kinder haben wirklich von Graffiti-Sprühen über Jujutsu, also es sind wirklich vielfältige und tolle Angebote, die sich hier durch Kooperationspartner ergeben.(Banksy-Schule, 2024, S. 4) Der Einbezug außerschulischer Partner*innen wird zudem als Möglichkeit gesehen, Bildungsgerechtigkeit zu fördern, da Kinder unabhängig von ihrem sozialen Hin ­tergrund Zugang zu kulturellen, sportlichen und künstleri­schen Angeboten erhalten. Dies unterstreicht die zentrale Rolle von Kooperationen für eine chancengerechte Gestal ­tung des Ganztags. 4.1.7 Partizipation der Schüler*innen Die Förderung der Mitbestimmung von Schüler*innen wur­de in den Interviews als wichtiges Element für einen erfolg­reichen Ganztag diskutiert. Eine Befragte betont:Da kön­nen sie[die Schüler*innen] dann auch quasi selbst aussu­chen zwischen bestimmt bald dann 20 Angeboten an dem Nachmittag, worauf sie Lust haben. Da können sie sich dann auch quasi selbst aussuchen[](Allegrain-Schule, 2024, S. 4) Dabei wurde deutlich, dass Partizipation nicht nur auf die Wahl von Angeboten beschränkt sein sollte, sondern auch Raum für echte Mitgestaltung erfordert. Eine pädagogische Fachkraft beschreibt diesen Ansatz folgen­dermaßen:Kinder dürfen schon Wünsche äußern, wenn es irgendwie möglich, wenn man es möglich machen kann. Ich glaube, das wurde jetzt auch in der letzten SMV-Sitzung, wurde das, Alex, so angesprochen, dass die Kinder, wenn sie Wünsche haben für das Mittagsband oder für Betreuung, sich bei euch melden sollen und euch das persönlich sagen. (Fontaine-Schule, 2024, S. 6) An der Caravaggio-Schule geht die Mitbestimmung über die Auswahl von AGs hinaus und umfasst auch die Gestaltung gemeinsamer Zeiten:Wo aber auch die Kinder mitentscheiden dürfen, was da pas­siert.(Caravaggio-Schule, 2024, S. 4) Auch die Schaffung von Rückzugs- und Gestaltungsräumen für Kinder wurde als zentral angesehen, um individuelle Bedürfnisse zu be­rücksichtigen. Eine Interviewpartnerin hebt hervor:[] das Hauptding ist Bewegung und soziales Miteinander, Kommu­nikation, wie trete ich angemessen in Erscheinung, wie werde ich gehört, wie werde ich wahrgenommen.(Fontaine-Schu­le, 2024, S. 4) Diese Ansätze tragen dazu bei, die Eigenver ­antwortung und das Gemeinschaftsgefühl der Kinder und Jugendlichen zu stärken. Inwiefern sich im Ganztag insbe­sondere vulnerable Gruppen wie sozial benachteiligte Schüler*innen, Kinder mit Migrationshintergrund, Lern ­schwierigkeiten oder besonderem Förderbedarf aktiv ein­bringen können, bleibt entlang der Daten unbeantwortet. 4.2 Chancen und Herausforderungen vor dem Hintergrund von Bildungsgerechtigkeit Die Analyse der sechs Interviews sowie des Gesprächs mit der Trägervertretung zeigt, dass Ganztagsschulen auch in der Perspektive der Befragten ein erhebliches Potenzial be­sitzen können, um Bildungsgerechtigkeit zu fördern. Im Mittelpunkt stehen dabei die Chancen, die sich durch mul­tiprofessionelle Teams, eine enge Kooperation verschiede ­ner Akteur*innen, individuell gestaltete Lernzeiten und die Förderung sozialer Kompetenzen ergeben. 4.2.1 Chancen Multiprofessionelle Teams als Chance auf umfassende Förderung Ein zentraler Vorteil der Ganztagsschule liegt in der Zu­sammenarbeit von Lehrkräften, pädagogischen Fachkräf­ten und externen Partner*innen. Diese multiprofessionellen Teams ermöglichen eine ganzheitliche Förderung der Schü­ler*innen, da verschiedene Perspektiven und Expertisen zu­sammengeführt werden. Anhand einer Aussage einer Lehr­person kann dies exemplarisch illustriert werden:Das sind wirklich die Kooperationen, ist eine organisatorische Koope­ration.[]. Und natürlich versuchen wir uns, wie gesagt, also so inhaltlich dann schon abzugleichen. Also, das geht um Hausaufgabenbetreuung, das geht um AGs. 8[...](Eliot­Schule, 2024, S. 14) Die Trägervertretung unterstrich zu ­sätzlich, dass diese Teams entscheidend für eine präzise Diagnostik und Förderung sind:[] ob ich mein Kind in den Hort gebe, in eine flexible Betreuung oder in eine Ganz­tagsschule,[] das darf am Ende des Tages keinen Unter­schied machen. Da sollte auch qualitativ das Gleiche drin sein. Da muss auch das Gleiche multiprofessionelle Teams links wie rechts zu finden sein.(Cassatta, 2024, S. 6) Ganztag und Bildungsgerechtigkeit 15